ALLE AUSSTELLUNGSTAFELN  ANSEHEN
 
Bericht im Paulinus

Bericht der Saarbrücker Zeitung

Flyer zur Ausstellung  

 


Riesiges Engagement im Willi-Graf-Projekt
Schüler der Willi-Graf-Realschule erarbeiten mit ihrer Schulleiterin
eine Ausstellung zur „Weißen Rose“

 

 

Mit ihrer Zusage, die Willi-Graf-Ausstellung zu eröffnen, haben der bischöfliche Generalvikar Dr. Georg Holkenbrink, der saarländische Ministerpräsident Peter Müller und Frau Dr. h. c. Anneliese Knoop-Graf, die 86jährige Schwester von Willi Graf, den Schülerinnen und Schülern der Willi-Graf-Realschule eine besondere Wertschätzung ihres Engagements entgegengebracht.
 


Eine Schülergruppe der Klassenstufe 10 hat sich in ihrer Freizeit mit der Widerstandsgruppe der „Weißen Rose“ und insbesondere mit der Lebensgeschichte des Namensgebers der Schule, Willi Graf, befasst. Geleitet wurde das Projekt von Realschulrektorin i. K. Helene Neis und betreut von Susanne Schmidt, die im Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel für den Bereich der Jugendarbeit zuständig ist.

Die Ergebnisse der Projektgruppe wurden nun in Form einer Ausstellung im Rahmen des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt.

15 Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren haben im letzten halben Jahr sehr viel Freizeit investiert, um sich mit dem Nationalsozialismus, dem Widerstand der „Weißen Rose“ und mit heutigem Rechtsradikalismus auseinander zu setzen.

 

   


Anlass des Projektes war zunächst die Willi-Graf-Ausstellung der Schule, die dringend neu gestaltet und neuen Sehgewohnheiten angepasst werden musste. Bildmaterial wurde zusammengetragen, darunter auch private Fotos von Willi Graf, die seine beiden Schwestern Mathilde und Anneliese dankenswerterweise den Willi-Graf-Schulen in Saarbrücken zur Verfügung gestellt haben. In Gruppen wurden dann Vorschläge zum Inhalt und der Form der Bildtafeln diskutiert. Schulleiterin Helene Neis: „Besonders beeindruckt war ich von der Teamfähigkeit der Jugendlichen, die sich auch sehr positiv auf den Unterricht ausgewirkt hat.“ Der lange Atem der Schülerinnen und Schüler ist bewundernswert. An Samstagen haben sie bei ihrer Arbeit am Projekt die Zeit vergessen und sind meist bis abends dageblieben, um ihren Texten noch den letzten Schliff zu geben. Frau Susanne Schmidt vom Adolf-Bender-Zentrum hat die Projektgruppe fachlich beraten, etwa bei der Erstellung des Layouts. Durch die gemeinsamen Nachmittage ist die Gruppe immer enger zusammengewachsen. Besondere Freude fanden Marie und Sarah daran, dass ihre Schulleiterin ihnen persönlich den Kaffee gekocht und sie mit Schokolade gestärkt hat. Sebastian resümiert: „Wir haben uns mit verschiedenen Aspekten des Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Wichtig war uns zu ergründen, warum junge Menschen wie Willi Graf und seine Freunde ihr Leben geopfert haben für die Freiheit der anderen.“ Der heutige Bezug zur rechtsradikalen Szene hat ein vom Adolf-Bender –Zentrum gedrehter Film „Falsche Freunde“ hergestellt und der Film „Faustrecht“ animierte die Schüler über Zivilcourage nachzudenken. Selbstverständlich standen auch die Produktionen „Die Weiße Rose“ und „Sophie Scholl – die letzten Tage“ auf dem Programm. Den Anderen, den Fremden kennen zu lernen, damit sich Auschwitz nicht mehr wiederholen kann. Das war die Devise, sich mit der jüdischen Gemeinde von Saarbrücken damals und heute zu beschäftigen.

   


Noch ist das Projekt nicht abgeschlossen, denn geplant ist eine Wanderausstellung mit audio-visuellen Medien. „Zum Abschluss wollen wir eine Fahrt zur Willi-Graf-Ausstellung nach München machen, wenn es die Zeit noch zulässt. Immerhin stehen die Schülerinnen und Schüler kurz vor ihren Abschlussprüfungen“, sagt Helene Neis. Dieses Bonbon würde sie den Jugendlichen gerne noch ermöglichen, denn die meisten haben sich zusätzlich noch in anderen Projekten der Schule engagiert, z.B. in Konzerten, in einem Hörspiel, in einem selbst gedrehten Film, in Wettbewerben usw. Die Schulleiterin hat bereits Kontakte zum Willi-Graf-Gymnasium in München geknüpft, um den Schülern eine Übernachtung zu ermöglichen.

ALLE AUSSTELLUNGSTAFELN  ANSEHEN

Wir trauern um Anneliese Knoop-Graf
 

zurück zu Aktionen