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11. Juni 2010

Bischof Stephan Ackermann besucht Willi-Graf-Schulen 

Ein Besuch an der Basis sollte es werden, als an diesem sommerlichen Freitag im Juni der Trierer Bischof Stefan Ackermann den Bischöflichen Willi-Graf-Schulen in Saarbrücken seine Aufwartung machte. Im Pavillon erwartete ihn nach musikalischer Begrüßung durch den Unterstufenchor eine große Anzahl Unterstufenschüler mit ihren Fragen. Diese gaben dem Bischof sehr schnell zu verstehen, dass die Schüler keinerlei Berührungsängste gegenüber dem Kirchenmann zeigten. Mutig fragte Marvin Schmidt aus der 6b deswegen auch nach dem Ursprung der jüngsten Missbrauchsvorfälle an den katholischen Schulen. Als Missbrauchsbeauftragter der katholischen Kirche musste der Trierer Bischof auf solche Fragen eine Antwort parat haben und er erklärte umgehend, dass überall wo Menschen sich nahe kämen, wie in der Schule, solche Dinge passieren könnten. Das Ausmaß der Taten sei schon erschreckend und er appellierte schließlich an die starke Persönlichkeit der Schüler, die es in der Schule zu formen gelte. Bei anderen Fragen bewies er durchaus Humor, als ein Schüler fragte, ob er denn immer in solch einem „Kittel“ herumlaufe. Bei feierlichen Anlässen – wie bei diesem Besuch – sei diese  Kleidung schon angemessen, doch beim Fahrradfahren eher störend… Nach dem wichtigsten Auftrag seines Berufes gefragt verwies Ackermann auf die besondere Begegnung mit den Menschen. Der dicht gedrängte Zeitplan des Besuchs erlaubte keine intensivere Unterredung mehr, Ackermann versprach das später nachzuholen. Ein bisschen enttäuscht war er dann schon, als er schließlich feststellte, dass nur ein einziger Schüler den Namen seines Vorgängers noch kannte…

Der Lehrerschaft gab er nach einer kurzen Führung durch das Schulgebäude in einem sich anschließenden geistlichen „Impuls“ in der Kapelle ebenfalls Gelegenheit, sich zu äußern. Das Erstaunen über die unlängst veröffentlichten Sparmaßnahmen des Bistums und die Verschonung der 19 Schulen in kirchlicher Trägerschaft im Bistum bewertete er als einen Beweis für die Wichtigkeit der Existenz der Schulen. Das zeige ihm auch die jüngste Anzahl der Firmlinge in der Saarbrücker Pfarrei Christkönig, die sich fast ausschließlich aus Schülern der beiden Bischöflichen Schulen (Willi Graf und Marienschule) rekrutiere. Hier sehe er einen deutlichen Zusammenhang mit dem Erziehungsauftrag der Schulen. Schließlich  – auf Nachfragen der Lehrer - leugnete er nicht, dass Saarbrücken samt Schülerschaft „näher am Puls der Zeit“ bzw. „säkularer“ sei als es im heimischen Trier der Fall sei. Die erfrischend humorvolle und offene Art des Bischofs kam bei der Lehrerschaft und der Schulleitung gut an und man darf auf den nächsten Besuch gespannt sein. Herr Kilz und Frau Neis bedankten sich sehr herzlich für den „Besuch an der Basis“ (Neis).

Rudolf Zettelmeier

 

   
   
   
   
   
   
   
   

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