Am 20. März besuchte die Stufe 11 passend zum Lehrplan Englisch HP2 die Aufführung der American Drama Group „The Life and Death of Martin Luther King“ im Theater am Ring in Saarlouis. Ein besonderer Dank gilt dem Förderkreis, der den Besuch zu einem großen Teil finanziert hat.
„Fünf turbulente Jahre sind vergangen, seit die Worte „Ich habe einen Traum“ Washington und die Welt erschütterten. Martin Luther King steht erschöpft und verzweifelt auf dem Balkon eines Motels in Memphis. Seine liberalen Verbündeten in der Regierung haben ihn wegen seiner Opposition gegen den Vietnamkrieg im Stich gelassen. Seine Führungsrolle in der Bürgerrechtsbewegung wird von den radikalen Anhängern Malcolm X’ infrage gestellt, die ihm vorwerfen, sich dem weißen Establishment verkauft zu haben. Seine eigenen Mitarbeiter befürchten, er habe die Richtung verloren, da er seine Ziele auf die Armut selbst ausweitet. Und vor allem wird sein Credo der Gewaltlosigkeit von Extremisten und jenen, die darin nichts anderes als Kapitulation sehen, verhöhnt und überrumpelt. Unterdessen hält der intrigante FBI-Agent Edgar Hoover eine Akte über sein Privatleben in Händen, die jederzeit an die Presse und den Präsidenten gelangen könnte – mit ungewissem Ausgang für seinen Ruf. Und was macht er in Memphis, um einen kleinen Streik zu unterstützen, wo er doch in Washington gebraucht wird, um seinen landesweiten Kampf gegen die Armut zu koordinieren? Sekunden nachdem er den Balkon erreicht hat, um frische Luft zu schnappen, fällt ein Schuss. Martin Luther King stürzt und stirbt in den Armen seiner Freunde. Der größte politische Visionär des 20. Jahrhunderts liegt tot da.
Wie es dazu kam, wird der spirituelle und politische Weg dieses einst bescheidenen Predigers zur Ikone und tragischerweise zum Märtyrer nachgezeichnet. Und dies ist der Stoff, aus dem Tragik ist, denn Martin Luther King war ein Mann, zerrissen von inneren Dämonen und geplagt von Schuldgefühlen; ein Mann, der nach dem Credo der Gewaltlosigkeit lebte und mitansehen musste, wie seine Anhänger brutal geschlagen, unrechtmäßig eingesperrt, gedemütigt und allzu oft ermordet wurden. Die Inszenierung wählt einige wenige Schlüsselmomente aus, die die ganze Geschichte beleuchten: Rosa Parks‘ Protest gegen die Rassentrennung in Bussen, die Märsche zur Wählerregistrierung in Selma und der letzte Kampf für eine umfassendere Vision, der die gesamte wirtschaftliche und militärisch-industrielle Macht der USA herausforderte. Martin Luther King hatte einen Traum, und ein Teil seines Traums von Rassengleichheit wurde verwirklicht, doch sein umfassenderer Traum von Frieden und der Überwindung der Armut in der reichsten Nation der Welt blieb unerfüllt. Die Widersprüche Amerikas und seines großen Mythos vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten werden in diesem Stück auf eindringliche und dramatische Weise beleuchtet: Es ist Dokumentation, Thriller und letztlich eine moderne Tragödie mit weitreichenden Implikationen, die weit über die USA hinausreichen.“
( Quelle: https://www.adg-europe.com/the-life-and-death-of-martin-luther-king/ )
